Wenn’s Google sagt stimmts?
von shorty | 30. Mai 2010 Google MP3 Retro Weihnachten
Neue Angst für den nächsten alteingesessenen Berufszweig? Wird er zu einem kleinen Ast demontiert?
Zum zweiten Mal in Folge sagte Google den Sieger des Eurovision Song Contest richtig voraus. Nach Alexander Rybak („Fairytale”) für 2009 hielt sich auch mit dem überlegenen Sieg von Lena Meyer-Landrut in Oslo die Wahrheit an die Voraussage. Zumindest auf den ersten Anschein ein kompletter Sanktus mit Nostradamus-Effekt für Internet-Mogul Google. Das sogenannte Prognose-Gadget als eigene Software des Konzerns wies den Erfolg der aparten 19-Jährigen mittels Liedchen „Satellite” immerhin seit beinahe einer Woche aus. 
Das ganze geht, wenn man die Daten mal zusammen hat, relativ einfach. Einfach mal internationale Suchanfragen der 25 Finalisten ermitteln, relative Hochrechnung der Punktevergabe aufgrund von Popularität erstellen, das jeweilig eigene Land weglassen und – Kawumm – schon zittern Buchmacher und Demoskopen um ihr täglich Brot und Bit. Wobei wohl noch ein Faktor der wahren Klicks fernab der Promotion-Maschinerie am Horizont der xyz-Variablen unabdingbar sein dürfte, denn für politische Wahlen versagt das Tool eben doch noch.
Ebenso stimmen die Ergebnisse auch hier noch nicht in der Tiefe, denn wie schon letztes Jahr streut das Tool auf den Plätzen die Dezimalen schwer. Rang zwei für die Türkei wäre eigentlich der Zehnten, die Dritten aus Rumänien duften nur auf Platz Neun hoffen und die schwere Achtziger-Ballade der Dänen als Vierte wäre nicht vor dem Ranking 19 gesehen worden – according to Google. Es scheint also doch noch einen drastischen Effekt von der Bühne in Form und Performance zu geben, der dass Voting gehörig dreht. Da konnte auch der optisch vordringliche Auftritt einer Ersatz-Kylie sowie weiterer zweifacher Oberweiten-Einsatz aus dem Osten nichts dran drehen. Aber musikalisch kann man das noch ganz anders interpretieren, zumindest wenn man es ernst nehmen wollte wie hier.
Fakt bleibt: Mit dem überwältigendem Vorsprung auf die Zweiten scheint das Konzept aus einer rhythmisch getragenen Nummer mit einem unbefleckt lächelnden Mädchen voll aufgegangen. Man hat jetzt schon die Millionen-Marke bei den Verkäufen geknackt und nun folgt erst die Chart-Attacke in Europa.
Durchaus beruhigend für Demoskopen. Obwohl… welcher Algorithmus uns da wohl noch ins Haus steht?
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