Ein wenig kokett, ein wenig brav sein und viel negieren. Das war die eilig einberufene Presse-Konferenz von Apple nach den eskalierenden Problemen mit Empfang & Co beim iPhone 4. Während man noch eine Woche zuvor Nachbesserungen mit den wohl nicht zufällig schon zuvor im Haus gefertigten, isolierenden Bumpern dementiert hatte, kommen nun die Schutzhüllen mit dem Druck von Massenklagen gratis zum Gerät – über die Apple-Site oder mit Rückerstattung des Kaufpreises. Lieferengpässe sind zu erwarten.
Meister Jobs betonte mal zu Beginn das Erfreuliche: Drei Millionen verkaufte Handsets in den ersten drei Wochen sind der besten Verkaufsstart des seiner Meinung nach noch immer besten Produktes seiner Firma. Dann ging man schnell zum Gegenangriff über. Und versuchte über gefilmte Tests mit Konkurrenz-Phones wie Blackberry Bold, HTC Hero Android oder Samsung Omnia II auf Win Mobile zu beweisen, dass praktisch jedes Smartphone Bei der falschen Haltung Empfangsprobleme bekommt und der mittlerweile berühmte „Todesgriff” nicht nur beim eigenen Flagschiff Wirkung zeigt. Zudem betonte man, dass die Beschwerden der Kunden bei 0,55 Prozent liegen und damit eine hohe Zufriedenheit der Käufer des iPhone 4 gegeben sei. Damit liegt der schwarze Peter – erraten – bei der Presse, die das beinahe nicht vorhandene Problem hochspiele. Immerhin eine Frage wert, warum man nachbessert, wenn das Problem praktisch nicht vorhanden ist?
Zweiter Konter neben dem Bumper ist das iOS Update 4.0.1, denn damit wird die tatsächliche Signalstärke realitätsnäher angezeigt – „verbesserte Formel zur Berechnung der für die Signalstärke angezeigten Balken”. Immerhin bekennt man sich damit zu einem bisher fahrlässig behandelten Problem des iPhone 4. Ebenso wurde – leider erst für den nächsten Update – die Software-Verbesserung beim Annäherungs-Sensor in Aussicht gestellt.
Mit dem iOS 3.2.1 für das iPad kommt zusätzlich eine „verbesserte Wi-Fi-Verbindung”.
Interessant, dass mit keinem Wort die zunehmenden Beschwerden über die Brüchigkeit der Glasummantelung des iPhone 4 angesprochen wurden, die in den amerikanischen Massenklagen schon eingearbeitet werden. Durchaus möglich, dass man auch deswegen den dämpfenden Bumper ausliefert und später damit ein Argument hat, dass der Kunde nicht zu den zur Verfügung stehenden Mitteln gegriffen hat. Die unangenehme Situation scheint für die Herren aus Cupertino also noch nicht vorbei zu sein.
Apple hat wieder einmal eine der berüchtigt kurzfristigen Pressekonferenzen einberufen. Diesmal jedoch sind die Sterne vorab nicht ganz so hell leuchtend. Es dürfte sich nicht um „bahnbrechende“ Präsentationen wie etwa die Videotelefonie beim iPhone 4 handeln. Vielmehr stehen sie Zeichen auf ausgewachsenes Krisenmanagement.
Das mit viel Jubel eingeläutete Zeitalter des iPhone 4 holpert wie die nicht proper aufgezogene, dafür reich verzierte Pendeluhr im Wohnzimmer. Und die Predoille reitet den Aktienkurs des Konzerns unter die ungewohnte Marke von 250 Dollar. Cupertino hat die massiven Empfangschwierigkeiten beim neuen iPhone samt Negativpresse schon im frühen Entwicklungsstadium simpel unterschätzt, Forderungen nach kostenlosen Schutzhüllen brüsk abgewiesen und damit die Auswirkungen der Tatsachen per üblichem Hype überblenden wollen. Das iPhone OS 4.1-Betriebssystem Update gilt als getestet und löst das Problem ebenso nicht.
Ein Manager im oberen Rang – Chief Operating Officer Kevin Turner – frohlockte schon mit sarkastischer Selbstgeißelung: „Es schaut so aus, als ob das iPhone 4 ihr Vista ist, aber das ist okay für mich. Man kann mit einem Windows Phone 7, ohne sich darüber Sorgen zu machen, wie man es halten muss, telefonieren. Wir sind wieder im Spiel!” Apple hat bisher nur „Vermeiden Sie, das Gerät auf diese Weise zu halten” als Replik. Und wir sind gespannt like fuck, was nun die Verlautbarung sein wird.
Ein schönes Finale vor dem Sommer brachte viele starke Handsets und findet sein Finale mit Froyo. Google hat Version 2.2 seines Linux-basierten OS freigegeben. Mobilgeräte mit Android-Betriebssystems werden innerhalb kurzer Zeit nach Anpassung durch die Hersteller mit dem heiß ersehnten Update versorgt.
Bisher scheinen folgende Geräte sich gesichert auf 2.2 freuen zu dürfen: Samsung Galaxy S, Motorola Droid/Milestone, Google Nexus One, HTC Evo, HTC Desire, HTC Incredible und Dell Streak.
„Froyo” (aka Frozen Yogurt) bietet unter anderem auf etlichen Geräten die Option auf mehr Speed, Tethering, mobiler Flash Player 10.1, transportable WLAN-Hotspots und verbessertes Microsoft Exchange-Zusammenspiel ab Version 2007. Zusätzlich kann man nun die begehrten Apps auch auf die jeweils gewünschte SD-Karte installieren. Ein wirklich schönes Finale.
Die Entwicklerkonferenz Google I/O bekam die erwartete Präsentation für die nächste Aufwertung der Smartphone-Plattform Android. Version 2.2 wird “Froyo” gerufen und beruft sich leider nicht auf den Herrn der Ringe, sondern auf die Verkürzung von Frozen Yogurt. Leckerli ist ganz im Gegensatz zu Apple die Flash-Unterstützung plus die Funktion als Funkmodem und mobiler WLAN-Hotspot mittels Tethering. Damit wird der Bonus von HTC HD2 und HD Mini über Windows Mobile 6.5 egalisiert. Besonderer Wert wurde – wie schon der lange Leidensweg des iPhone – auf das Biz gelegt. Erweiterte Unterstützung von Microsoft Exchange und Kalender-Synchronisierung eingebunden, mehr Datensicherheit und Administration in Unternehmen wurde erleichtert. Zudem gibt es Verbesserungen in Geschwindigkeit – Apps sollen bis zu fünfmal schneller laufen und auch der integrierte Browser soll im Jubeltempo laden. Android 2.2 soll endlich auch installierte Apps automatisch aktualisieren können.
Herzstück im Improvement ist der Just-in-Time-Compiler von Froyo, der den CPU Code zwei bis fünf mal schneller ausführen kann. Chrome liefert die JavaScript-Engine V8 zum dreifachen Turbo-Einsatz. Android 2.2 soll als Update schon in wenigen Wochen als Update für etliche Handys bereit stehen.
Vor wenigen Monaten war das bei den Gadgeteers dieser Welt in aller Munde. ein Beamer am Handy ist das neue “big thing” in der Entwicklung.
Und tatsächlich: Noch dieses Jahr dürften die ersten Smartphones namhafter Hersteller auf den Markt geworfen werden, deren Displayinhalt sich an die (Lein-)wand oder sonst wo draufprojezieren lässt.
Eigentlich cool, denn kleinere Officearbeiten lassen sich auf größeren Displays durchaus schon erledigen, und für die nächste Präsentation müsste man nicht mehr zwangsläufig das eigene Notebook mitschleppen und ein Beamerkastl besorgen.
Zumindest im kleinen Rahmen.
Während HTC & Co noch einfrig tüfteln, legt der Ferne Osten einmal mehr vor. Das “CoolGTW18″ hat einen – für Noname-Smartphones aus China nicht unüblich - eigenartigen Namen und einen kleinen LED-Beamer integriert. Auf 640 mal 480 Pixeln wirft das Telefon seinen Inhalt auf einer maximalen Breite von ca. 2,4 Metern ins Licht .
Und auch dieses Modell unbekannten Namens kommt mit sehr ähnlichen Spezifikationen daher und bietet als Vorgeschmack sogar ein Video. Wer das gleich so toll findet, dass er 25 Stück davon erwerben möchte, zahlt derzeit rund 265 Dollar (ca 215 Euro) pro Gerät.