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Posts Tagged ‘G1‘

 

Keine Paid Apps für das Google Dev Phone 1

von martin | 26. Februar 2009     

Gar nicht smart: offenbar aus Angst vor einer möglichen Welle raubkopierter Market Apps hat Google den Zugang zu kostenpflichtigen Applikationen für User des Google Dev Phone 1 gesperrt. Hintergrund ist die offenbar äußerst schwache Absicherung gekaufter Titel, die – anders als beim iPhone – von jemandem mit Root-Rechten einfach auf andere G1 kopiert und dort ausgeführt werden können. Ein kurzer Check zeigt übrigens, dass diese Sperre nicht bei entsperrten G1 mit aktuellem Jesusfreke Image samt Root Access greift, was sie irgendwie ad absurdum führt.

Via Macworld.com.

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G1 RC33 bringt automatische Software-Updates

von martin | 5. Februar 2009     

Beim G1 Blogger Treffen im Werkzeug H war die fehlende Unterstützung für automatische Softwareupdates von Applikationen aus dem Android Market durchaus ein Thema – etwas, dass Apple sehr gut gelöst hat -, es sieht aber so aus, als hätte das Fehlen dieses Features auch die Firmware-Entwickler selbst gewurmt:

Das in USA bis 14.2. bzw. in Europa ca. eine Woche später verfügbare RC33 Update für das G1 bringt, neben einer Vielzahl anderer Features und Fixes, automatische Softwareupdates auf das G1. Das umfasst sowohl Applikationen aus dem Market als auch die Firmware selbst, die über einen neuen Punkt im Systemmenü (“Check for Updates”) auf ihre Aktualität überprüft werden kann.

RC33 User dürfen sich weiters über die Möglichkeit, Bilder aus MMS zu speichern, sowie Kommentare im Market als Spam zu reporten, freuen. Die in den USA ebenfalls mit RC33 eingeführte Google Voice Search hingegen soll in Österreich nicht angeboten werden.

Via Engadget.

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Google G1: das RC 33 Update kommt …

von martin | 3. Februar 2009     

.. und zwar angeblich schon bis zum 15. Februar, zumindest in den USA. Auf ModMyGPhone findet sich eine Zusammenfassung der in RC 33 enthaltenen, neuen Features:

[...] Enhancements such as the ability to save pictures or files by long-pressing an item, check for system updates, and use the Google Voice Search feature. The OTA will also fix a number of known issues. [...].

Wer auf seinem G1 eine gerootete Firmware wie jene von JesusFreak einsetzt, braucht sich übrigens offenbar nicht zu sorgen: schon jetzt ist im entsprechenden Thread von einem in Kürze bevorstehender Release einer RC33 mit Rootrechten die Rede.

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Das G1 und die Navigation

von martin | 3. Februar 2009       

Wenn man sich an die ersten Wochen nach dem Release des iPhone zurückerinnert, dann gab es, neben einigen anderen Dauerbrennern, einen immer wieder aufpoppenden Punkt: kein GPS trotz Google Maps Applikation. Apple hat diesen Faux Pas ja bekanntermaßen mit dem Release des iPhone 3G behoben, und auch HTC war umsichtig genug, dem G1 gleich zum Launch GPS zu verpassen. Ob das G1 damit zum vollwertigen Navigationsgerät wird? Ich habe mir die verfügbaren Navi-Applikationen in den letzten zwei Wochen genauer angesehen (Anm.: Peter offenbar auch).

Eins vorweg: auch dem großen Konkurrenten iPhone fehlt nach wie vor die Navigations-Killerapp, wenn auch Branchengrößen wie Tom Tom seit Monaten entsprechende Lösungen ankündigen und diverse Anbieter GPS Dongles und ähnliches Zubehör an den Mann zu bringen versuchen. Gerade in diesem Kontext scheinen einige der für das G1 zu findenden Applikationen schon recht ambitioniert, auch wenn es noch an vielen Ecken und Enden hakt. Beginnen wir aber einmal mit der naheliegendsten aller Anwendungen:

Die G1 Google Maps Applikation

Nüchtern betrachtet eigentlich eine klare Sache: Google steckt hinter dem G1. Google steckt hinter dem gleichnamigen Webdienst. Einer perfekten Symbiose sollte hier also nichts im Wege stehen. Die praktischerweise gleich als Shortcut auf dem Default G1 Screen zu findende Maps Applikation tut dann auch brav, was sie soll. Die Ortung des momentanen Aufenthaltsorts klappt dank GPS recht ordentlich, und auch das Laden der Kartendaten geht über 3G angenehm flott. Die Karte lässt sich anschließend mit dem Finger in alle Richtungen “ziehen”, um andere Ausschnitte auf dem Bildschirm zu bringen. In Ermangelung von Multitouch kann nur über zwei Buttons (+/-) gezoomt werden, was zwar nicht ganz so elegant wie bei der Konkurrenz erscheint, aber seinen Zweck erfüllt.

Das Menü bietet die Möglichkeit zu Suchen (nach Strassen, bekannten Orten, Restaurants etc.), eine Route von A nach B berechnen zu lassen, den eigenen Standort wieder zentriert auf den Screen zu bringen sowie die Kartenansicht zu wechseln (Karte, Satellitenansicht, Hybridansicht). Auch eine History-Funktion für Suchanfragen ist verfügbar, so dass man sich bei sich wiederholenden Suchanfragen einiges an Tipperei sparen kann.

Die Suche nach Adressen etc. funktioniert klaglos und auch erfreulich genau, d.h. in der Regel auch auf Hausnummern-Ebene. Benutzt man die Suche zur Routenplanung, wird selbige nach dem Berechnen sowohl auf der Karte als auch in einer durchaus praktischen Listenform angezeigt, auf der neben einfachen Anweisungen (“Bei Haidingergasse links abbiegen”) auch die Entfernungen zwischen den Punkten sowie rudimentäre Wegzeitangaben zu finden sind. Damit klappt die Orientierung zumindest zu Fuß schon sehr ordentlich, auch wenn man Funktionen wie das manuelle Festlegen von Wegmarken oder das Ausschließen bestimmter Streckenabschnitte aus der Route hier vergeblich sucht. Für den schnellen Weg von der U-Bahnstation zum gewünschten Ziel ist die Maps Applikation aber einwandfrei verwendbar.

Ergebnis: einfach, aber durchaus brauchbar.

Here I Am

Strenggenommen handelt es sich bei Here I Am nicht um eine Navigationsanwendung im eigentlichen Sinn. Vielmehr soll die Applikation das Vereinbaren und Auffinden von Treffpunkten, etwa auf sehr großen Geländen, vereinfachen. Dazu wird auf Knopfdruck der momentane Standort ermittelt und anschließend als Google Maps Link per Email oder SMS an den gewünschten Empfänger gesendet. Da diese Links normale http Links auf den Maps Dienst sind, ist es auch relativ egal, ob die Empfänger ebenfalls ein G1 oder aber ein anderes Smartphone mit entsprechenden Fähigkeiten (z.b. das iPhone ;) ) benutzen.

Was praktisch klingt, scheitert in der Praxis schon sehr früh an technischen Problemen. Unabhängig von der Art des Versandes kann ich die empfangenen Links häufig nicht öffnen; weder auf meinem zweiten G1, auf einem iPhone noch auf einem “richtigen” Browser. Offenbar hat Here I Am noch Probleme mit dem Zusammenbauen der Links oder dem URL Endoding. Das macht die Applikation in dieser Form natürlich eher wenig brauchbar, auch wenn sie – sofern ein Update erscheint – einen wirklich guten Ansatz verfolgt.

Ergebnis: gute Idee, die noch einer ordentlicheren Umsetzung bedarf.

AndNav 1/2

Kommen wir zum umfangreichsten Kandidaten in dieser kleinen Testrunde: Andnav. Andnav, das sich inzwischen schon einer Version 2 nähert, erhebt im Gegensatz zu den weiter oben besprochenen Applikationen den Anspruch, ein vollwertiges Navigationstool zu sein. Dazu stellt es auch allerlei spezielle Funktionen zur Verfügung, die das Zurechtfinden zu Fuß, mit dem Auto und auch mit dem Fahrrad erleichtern sollen.

Da sich AndNav 2 noch in einem Alpha-Stadium befindet, kann es zwar auf der Website der Entwickler heruntergeladen werden, im Market ist aber nach wie vor nur AndNav 1 verfügbar. Dieses setzt, anders als sein Nachfolger, auf Google Maps als Basis für das Kartenmaterial.

Startet man AndNav 1, wird man nach einem Gott sei Dank abschaltbaren Warnhinweis (“Watch the Streets or you will meet the Trees” – jo eh!) mit einem auf den ersten Blick etwas unübersichtlichen Hauptmenü konfrontiert, das Zugriff auf die Karte, die Suchfunktionen, die Einstellungen sowie – nette, wenn auch zusammenhanglose Idee – einen “First Aid” Button gibt, der neben der Direktwahl von 911 auch eine kurze Anleitung zum richtigen Lagern von Verletzten auf den Schirm bringt (AndNav 2 versucht hier dann schon, die nächsten Spitäler zu orten).

Wie auch bei der nativen Google Maps Applikation klappt die Standortbestimmung sowie die Suche nach Zielpunkten mit Andnav 1 einwandfrei – die Datenbasis ist ja auch dieselbe -, und auch die Darstellung der Route ist ähnlich, wenn auch nicht ganz so übersichtlich wie bei der nativen Maps App. Im Gegensatz zu dieser kann man aber einige Filter und Suchoptionen setzen, insbesondere betreffend die Art der Fortbewegung (per Auto oder zu Fuß) sowie der zu berücksichtigenden Streckenabschnitte (z.B. keine Mautstraßen).

Als kleinen Bonus kann man sich gesprochene Anweisungen in mehreren Sprachen anhören, was mit zunehmender Dauer aber eher nervig als praktisch klingt. Weiters stößt AndNav 1 auf ein Problem mit den Google Maps Terms of Use, die keine Echtzeit-Andwendungen für ihren Dienst zulassen, so dass immer wieder “Refetch Route” geklickt werden muss um die Anweisungen auf den letzten Stand zu bringen. Alles in allem also ein noch verbesserungswürdiges Szenario.

Das haben wohl auch die zwei Herren hinter AndNav so empfunden, so dass AndNav 2 einige grundlegende Neuerungen aufweist – allen voran den Wechsel von Google Maps hin zu OpenStreetMaps als Grundlage für das Kartenmaterial, womit einer Echtzeitnavigation nichts mehr im Wege steht.

Die Erfassung von Wien in OpenStreetMaps wirkt auch ausreichend komplett, um eine echte Konkurrenz zu Google Maps darzustellen, was aber wirklich noch hinkt, ist die Adresssuche. Mein erster Versuch (“Favoritenstrasse 4-6, 1040 Wien”) endete im Ergebnis “Per Albin Hansson Siedlung, Switzerland”(!?) mit einer auf Ungarn zentrierten Karte, Versuch Nummer Zwei (“Dietrichgasse, 1030 Wien”) brachte mich in die Nähe von Königstetten. Erfreulich ist hingegen, dass mehrere Rendering Engines für die Kartendaten angeboten werden, darunter neben Mapnik und OsmaRender auch die auf Radfahrten optimierte CycleMap.

Ansonsten zeigt AndNav 2 einige schon beim Vorgänger zu findende Punkte in komlexerer Form: Routen können optimiert und gefiltert werden (Auto, Fußweg, Rad, zeit- oder wegoptimiert, Ausschließen von Mautstraßen etc.) und – vor allem im ländlichen Bereich mitunter sinnvoll – auch auf die SD Karte gespeichert werden, um eine Offline-Nutzung bei Empfangslücken zu ermöglichen. Dazu kann sogar die Größe des Caches festgelegt werden, um die SD Karte bei längeren Routen nicht völlig zuzumüllen. Auch die gesprochenen Anweisungen sind hier wieder verfügbar, und zwar über ein separat zu installierendes “Text To Speech” Modul, das mehrere Sprachen unterstützt.

Abschließend würde ich nun natürlich gerne beschreiben, wie AndNav 2 im harten Alltagstest funktioniert, allein: ich kann nicht. Jeder Versuch, eine Route zu fetchen, scheiterte bisher an einem “Invalid XML Error”. Hier gilt es aber zu berücksichtigen, dass AndNav 2 noch deutlich als “Alpha” markiert ist, auch wenn die von mir heruntergeladene Version sich weiters mit dem Zusatz “Stable” schmückt. Ich werde in den kommenden Tagen einen SVN Snapshot von AndNav 2 herunterladen und installieren, um zu sehen, ob das hilft.

Ergebnis: sehr gute Ansätze, reich an Features, aber noch mitten in der Entwicklung.

Fazit:

Wie zu erwarten, stellt das G1 noch keine Konkurrenz zu all den tragbaren TomToms und Konsorten dar, auch wenn einige Applikationen schon sehr gute Ansätze erkennen lassen. Interessant wird, ob Initiativen wie das von Fujitsu vor wenigen Tagen vorgestellte “Service built for Android” Programm, das explizit auf Anwendungen abseits herkömmlicher Telefonie abzielt, einen Schub in diese Richtung bringen – das Potential ist auf alle Fälle vorhanden.

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G1: Alltagsgeschichten

von martin | 22. Januar 2009       

Nachdem ich nun doch schon einige Zeit mit dem T-Mobile G1 verbracht habe, wird es Zeit für ein erstes Resumeé, haben sich doch inzwischen im Alltag – wie bei wohl jedem Gerät – erste Stärken, Schwächen und auch ausgeprägte Macken gezeigt. Mehr dazu nach dem Jump.

The Good

Wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnt habe, sticht gleich zu Beginn die sorgfältige Lokalisierung des Geräts ins Auge. Alle relevanten Punkte sind in Deutsch gehalten und – keine Selbstverständlichkeit bei meinem US G1 – auch inhaltlich schlüssig. Hier hat sich jemand bei T-Mobile ordentlich Mühe gegeben, so dass die Benutzung auf Anhieb gelingt.

Auch das initiale Setup nach dem ersten Einschalten gestaltet sich recht übersichtlich – man muss einen neuen Google Account anlegen bzw. einen bestehenden mit dem Gerät verknüpfen, damit die mobile Nutzung von GMail etc. möglich wird. Übrigens ist es kein Problem, ein und denselben Account parallel auf zwei G1 zu benutzen (umgekehrt aber ein großes, dasselbe mit zwei Accounts auf einem Handy zu tun – siehe “The Bad”).

Hat man das mal erledigt, präsentiert sich der wohl schon hinlänglich bekannte Android Default Screen mit den Default Shortcuts (Telefon, Kontakte, Browser, Maps). Neue Shortcuts kann man, recht intuitiv, einfach durch längeres Drücken auf eine leere Stelle auf dem Screen anlegen. Weiters zeigt der Screen am oberen Ende eine “Notification Bar”, die allerlei Infos über Empfangs- und Akkustatus, versäumte Anrufe, eingegangene Nachrichten oder aktive Datenverbindungen anzeigt. Für passionierte iPhone User wie mich, die Popups für versäumte Anrufe und SMS gewohnt sind, mag diese Form der Statusanzeige zwar auf den ersten Blick etwas unterdimensioniert wirken, a) gewöhnt man sich daran aber recht schnell und b) lässt sich mit einer Applikation aus dem Market (SMS Popup) dieses Manko einfach beheben.

Ebenso irritierend wirkt zu Beginn die Kombination aus Touchscreen Bedienung und den unter dem Screen befindlichen fünf Funktionstasten, im Alltag erweist sich selbige aber als durchaus stimmig – vor allem den Back- und den Home-Button möchte man schnell nicht mehr wissen (letzterer ist übrigens in der Android Cupcake Branch mit keiner Funktion belegt, was die Praktikabilität des Buttons aber erst recht unterstreicht – einer meiner Hauptkritikpunkte an Cupcake!).

In weiterer Folge entpuppt sich das G1 als durchaus solider Begleiter im Alltag, auch wenn noch zahlreiche Ecken und Kanten zu spüren sind. Telefonieren klappt einwandfrei, die Empfangsqualität kann sich dabei eigentlich auch sehen lassen (davon ist man als iPhone User ja dann wirklich nicht verwöhnt), die Kontaktverwaltung spielt auch mit (inkl. SIM Kontakten, hurra!) und auch als Internet-Device kann das G1 durchaus erfreuen: der Browser rendert schön und Emails machen dank ganz ordentlichem Client sowie der guten Tastatur des G1 auch Spaß (wobei sich hier, siehe “The Bad”, auch schon erste Kanten zeigen: warum um alles in der Welt kann ich a) nur einen GMail Account über die GMail App bedienen, und warum muss ich für andere Accounts eine getrennte Email Applikation benutzen? Das ist irgendwie unpraktisch).

So weit, so gut – Überlegungen und Erlebnisse zu und mit den restlichen Funktionen und Programmen des G1 folgen in einem späteren Posting.

The Bad

Wie schon eingangs erwähnt, hat das G1 auch durchaus ausgeprägte Macken, und der eine oder andere Bereich bedarf dringend einiger Updates und Nachbesserungen, um ein wirklich massentaugliches Smartphone zu schaffen.

Dies umfasst für mich zunächst das GUI an sich, dass zwar aufgeräumt wirkt und auch durchaus nett mit Shortcuts belegt und bedient werden kann, das mir sonst aber etwas zu wenig aussagekräftig ist. Die kleinen Icons in der Notification Bar habe ich vor allem zu Beginn des Tests oft übersehen und so eingegangene Anrufe und SMS übersehen. Hier sei noch einmal auf die praktische “SMS Popup” Applikation hingewiesen, die im Android Market kostenlos verfügbar ist.

Der nächste, ebenfalls schon angeschnittene Kritikpunkt betrifft die Restriktionen betreffend die Verwendung von mehreren GMail Accounts auf einem G1. Es gibt zwar eine eigene Email Applikation, die mehrere Accounts handlen kann, der Menüpunkt GMail umfasst aber immer genau einen Account. Mir ist klar, dass das mit der gewollten Anbindung der Google Apps an sich zusammenhängt (Kalender etc.), finde es aber trotzdem zumindest verwirrend, zwei Applikationen zum Verwalten meiner Nachrichten zu brauchen.

Beim Versuch, derartige Probleme zu lösen, ist mir übrigens einmal mehr die etwas rudimentäre Anleitung ins Auge gestochen. Es liegt dem Handy zwar eine CD mit PDFs bei, diese sind aber nicht der Weisheit letzter Schluss (das hat mich auch beim iPhone schon gestört, wo diese Lücke ja inzwischen durch 3rd Party Bücher geschlossen wurde, aber eigentlich sollte gerade bei einem relativ komplexen Handy wie dem G1 ein umfangreiches Manual Standard sein. Klar findet man sich auch so zurecht, aber gerade weniger technikaffine Zeitgenossen können so mitunter etwas ins Strudeln geraten.

Hat man sich dann mal mit den Bordmitteln des G1 angefreundet, steht natürlich ein Besuch im Google Market an, der sozusagen Googles Pendant zum iTunes App Store bildet. Hier fällt auf, dass die Anzahl der angebotenen Applikationen sowie deren Qualität noch weit unter jener im App Store liegt, was sicherlich zum einen an der deutlich kürzeren Verfügbarkeit des G1 liegt, zum anderen wohl aber auch an der Tatsache, dass die Unterstützung für kostenpflichtige Applikationen im Google Market noch bevorsteht, was für viele Entwickler sicherlich eine Hemmschwelle darstellt (andererseits sollte das Entwicklerheer bedingt durch den Open Source Ansatz eigentlich größer und weniger kommerziell orientiert sein als beim iPhone). Dieses Manko wird sich sicher in absehbarer Zeit ändern, noch ist die Anzahl an brauchbaren Programmen im Market aber recht überschaubar – eine Übersicht der “Must have” Applikationen werde ich in den kommenden Tagen posten.

Zuguterletzt fällt beim Herumspielen mit dem G1 die – leider HTC typisch – relativ leistungsschwache Kamera auf. Gerade in Zeiten von 5 Megapixel Handys mit Xenon Blitz sollte hier schon etwas nachbessert werden. Nett ist hingegen die Idee, durch einen seitlich angebrachten Auslöseknopf das Feeling “echter Kameras” zu vermitteln – etwas, das z.B. auch Sony ja schon länger bei vielen Handsets macht. Beim anschließenden Betrachten der Bilder fällt mir übrigens auch zum ersten Mal der fehlende Multitouch Support negativ auf – zoomen mittels Gestures ist schon netter als das wiederholte Drücken eines Zoom-Buttons. Die Kamera ist aber sicher nicht die Core USP des G1, insofern kann ich mit dem Gebotenen gut leben.

The Ugly

Weniger gut leben kann ich aber mit den Punkten, die mich so stören, dass sie fast ein No Go für die derzeitige Gerätegeneration darstellen – auch wenn es zum Glück nicht allzuviele sind.

Da wäre zunächst einmal die überraschend schlechte Verarbeitung des Gehäuses. Während Keyboard und Trackball gewohnte HTC Qualität bieten, fühlt sich das Gehäuse trotz des ansehnlichen Finishings irgendwie filigran an, und bei meinem Testgerät ist schon beim Auspacken ein offenbar auf Ungenauigkeiten bei der Fertigung zurückzuführender Spalt über dem Kameraauslöser zu sehen (siehe Foto weiter unten). Ob das der Lebensdauer des G1 gut tut, sei dahingestellt.

Nutzt man alle Features des G1 und hat somit WLAN und GPS aktiviert, fällt weiters die katastrophale Akkuleistung auf – 24 Stunden, um einen vollständig geladenen Akku zu entleeren, und zwar ohne ausufernde Gespräche oder Online-Sessions? Ein Ladekabel sollte also ständiger Begleiter geneigter G1 User sein.

Zuguterletzt ist natürlich anzumerken, dass das oft als “Open Source Handy” titulierte G1 nicht so offen ist, wie oft behauptet. Natürlich gibt es Bestrebungen, zu nah ans System gehende Hacks und Tweaks zu unterbinden, und natürlich arbeitet auch schon eine Armee findiger Devs am Aushebeln derselben. Hier muss man fairerweise aber anmerken, dass meiner Ansicht nach die gängige Praxis der Hardwaresubventionierung Mobilfunker beinahe dazu zwingt, Geräte mit SIM Lock auszuliefern, wenn sie einen konkurrenzfähigen Verkaufspreis haben sollen.

Bisheriges Fazit

Ja, was gibt es nach all diesen relativ unsortierten Anmerkungen und Überlegungen abschließend über das G1 zu sagen: mein Eindruck bisher ist deutlich besser als erwartet, und ich komme mit dem “heimischen” G1 interessanterweise deutlich besser zurecht als anfangs mit meinem US-Import. Ob das an der schon erfolgten Gewöhnung liegt, oder ob aktuelle Firmware-Versionen wirklich so viele Kleinigkeiten verbessert haben, kann ich ad hoc gar nicht beurteilen, Fakt bleibt aber, dass mir das G1 Spaß macht. Wird noch die eine oder andere Sache verbessert – und wer sich einen aktuellen Snapshot des Cupcake/Android Entwicklungsstandes anschaut, sieht, dass da einiges am Kochen ist – könnte das G1 durchaus zum massentauglichen Smartphone werden. Noch ist aber eine Priese Abenteuerlust und Technologieverliebtheit nötig, um mit dem Handy klaglos durch den Alltag zu kommen.

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